Powiat Łowicki

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July 21st 2017

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Daniela, Andrzeja

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DIE REGION ŁOWICZ

Ein außergewöhnliches Land in Masovien, das selbst Fryderyk Chopin, den größten polnischen Komponisten, inspirierte.  Die landschaftliche Schönheit wurde von dem hervorragenden Landschaftsmaler, Józef Chełmoński (1849-1914), der im Dorf Boczki bei Lowicz geboren ist, festgehalten. Das Leben der Dorfbevölkerung, die als "Księżaki" (Pfaffenknechte) bezeichnet wurde, beschrieb der Nobelpreisträger Władyslaw Reymont (1876-1925) in seinem Epos "Chłopi" ("Die Bauern"). Das am Fluss Bzura, zwischen Łódź und Warszawa gelegene Land war Zeuge von historisch wichtigen Ereignissen. Um es zu verteidigen, vergossen Aufständische im 19. Jh. und polnische Soldaten im September 1939 in der Schlacht an der Bzura ihr Blut. Die Region Łowicz zeichnet sich durch ihr einzigartiges Kulturgut und durch historische Besonderheiten aus.
 


Das Fürstentum von Łowicz blieb viele Jahrhunderte im Besitz der Erzbischöfe von Gniezno, dann machte es Napoleon seinem Marschall Davout zum Geschenk. 1820 schenkte Zar Alexander der I. von Russland das Fürstentum seinem Bruder, dem Großfürsten Konstantin und dessen Gattin Joanna Grudzińska und verlieh ihr den Titel "Fürstin von Łowicz". Von 1838 bis 1914 gehörte das Fürstentum zum Besitz der russischen Zaren. Bis heute sind große steinerne Grenzpfähle des Fürstentums von Łowicz in den Ortschaften Bąków und Patoki erhalten.
 


Malerische Landschaften, historische Sehenswürdigkeiten, bunte Volkskunst, Gastfreundschaft und Regionalküche zählen zu den touristischen Magneten. Die Region Łowicz ist inzwischen zu jeder Jahreszeit ein beliebtes Ziel für organisierte Ausflüge und Wochenendfahrten. Hotels, Cafes, viele Events und andere touristische Attraktionen ziehen auch viele ausländische Besucher jedes Jahr an.
 


Charakteristisch für die Volkskunst in Łowicz sind handgewebte, vielfarbige, gestreifte Gewebe, die in anderen Regionen Polens nicht vorkommen, sowie Stickereien aus Wolle, Scherenschnitte aus Papier und Spinnen aus Stroh, die als Deckenschmuck Verwendung finden. Diese Handarbeiten sind nicht nur in den Museums - oder Privatsammlungen zu bewundern. Die Volkskunst von Łowicz und der Region ist stets lebendig. Tanz - und Gesangensembles und schöpferisch tätige Volkskünstler sind auf allen Kontinenten bekannt. Die zu den schönsten polnischen Volkstrachten gehörende Tracht und andere Kulturelemente aus dieser Region sind während der Kirchenfeste zu sehen. Erwähnenswert sind die berühmten Fronleichnamsprozessionen in Łowicz und den benachbarten Ortschaften. Die durch bunte Farben und außergewöhnliche Atmosphäre bezaubernden Feste ziehen viele Pilger und Touristen aus aller Welt an.
 


 

ARKADIA

Den romantischen Park im englischen Stil ließ die Fürstin Helena Radziwiłł, geb. Przeździecka, (1753-1821), Gemahlin des Fürsten Michał Hieronim Radziwiłł, der Eigentümer von Nieborów war, den königlichen Architekten Simon Gottlieb Zug 1778 anlegen. Bei der architektonischen Arbeit halfen ihm u.a. Jan Piotr Norblin und Aleksander Orłowski. Auch die Fürstin wirkte mit großem persönlichem Engagement dabei mit. Das in der ursprünglichen Form erhaltene Gebiet umfasst nicht nur den Park, sondern auch den malerisch gelegenen Teich und die romantischen Gebäude: Grotte der Sybille, Diana-Tempel, Heiligtum des Hohenpriesters, Haus des Markgrafen mit dem Griechischen Bogen, das Gotische Haus und den Aquädukt.

 

NIEBORÓW

Die Anfänge dieses Dorfes reichen bis ins Ende des 12. Jh. zurück. Die Güter von Nieborów gehörten damals der Familie Nieborowski. 1694 kaufte Kardinal Michał Stefan Radziejowski das Gut und ließ das im Gotik-Renaissance-Stil gebaute Herrenhaus zu einem Barockpalast ausbauen. Im 18. Jh. änderte das Gut oft seine Besitzer, es gehörte u.a. Michał Kazimierz Ogiński, Großhetman von Litauen. 1774 wurde Fürst Michał Hieronim Radziwiłł, Kunstkenner und – sammler, einer der reichsten polnisch-litauischen Magnaten, Eigentümer von Nieborów. Der Warschauer Architekt Simon Gottlieb Zug legte für ihn einen französischen Garten an, der bis heute  die Residenz verschönt. Sehenswert sind die im 19. Jh. vom Schwarzen Meer hergeholten "Weiber"'- Kultfiguren aus dem 12.-13. Jh. und das römische Grabmal, das Marcus Vinicius für seine Ehefrau erbauen ließ. Sein Name wurde von Henryk Sienkiewicz, dem großen polnischen Schriftsteller und Nobelpreisträger (1905) in "Quo Vadis" verwendet. Gekrönte Häupter und viele hervorragende Persönlichkeiten jener Zeit waren bei Fürst Hieronim und seiner Gemahlin zu Gast, u. a. der preußische König Friedrich Wilhelm II. und der deutsche Gelehrte Alexander von Humboldt. 1945 wurden Palast und Garten dem Warschauer Nationalmuseum eingegliedert.

 

MAURZYCE

Das Freilichtmuseum der Dorfarchitektur umfasst das Gebiet von 17 ha, auf dem über 40 Objekte aus dem historischen Gelände des Fürstentums Łowicz zu sehen sind. Diese sind in zwei charakteristisch für diese Region räumlichen Anordnungen dargestellt: das sog. alte Dorf in der Form eines Ovals mit einem im Zentrum gelegenen Platz ("owalnica" - Angerdorf)  und das neue Dorf ("ulicówka" - Straßendorf), das bis zur 2. Hälfte des 19. Jh. in der Region verbreitet war. Die 1759 erbaute Holzkirche des Dorfes Wysokienice überragt das Freilichtmuseum.

 

SROMÓW

Das Volksmuseum der Familie Brzozowski wurde 1972 vom Bildhauer Julian Brzozowski gegründet. In vier Pavillons sind über 600 Skulpturen zu sehen, darunter 400, die sich durch einen Mechanismus bewegen. Man kann u.a. eine Łowiczer Hochzeit, eine Fronleichnamsprozession, Szenen aus der Geschichte Polens und aus dem Dorfleben bewundern. Ausgestellt werden auch Scherenschnitte, Spinnen, Volkstrachten, alte Dorfkutschen und – wagen, Agrarfahrzeuge und bäuerliche Werkzeuge.

 

ŁOWICZ 

Eine der schönsten Städte in Masovien, an der Bzura gelegen, ist die Hauptstadt des Kreises und der Diözese in  Łowicz, das akademische Zentrum und ein wichtiger Verkehrsknoten. 1136 wurde der Ort in der Bulle von Papst Innozent II. erwähnt, die Stadtrechte hat Łowicz aber erst im Jahre 1289 erhalten. Vom 12. bis 18. Jh. gehörte die Stadt den Erzbischöfen von Gniezno. Die günstige Lage an der Kreuzung der Handelswege, zahlreiche Privilegien und die in ganz Europa bekannten Jahrmärkte trugen dazu bei, dass Łowicz in jener Zeit zu den bevölkerungsreichsten und wohlhabendsten Städten Polens gehörte. Das Mäzenatentum der Erzbischöfe lockte die größten polnischen Künstler jener Zeit in diese Stadt. Der Schwedenüberfall (1655-1660) setzte der Weiterentwicklung Łowicz ein Ende. Erst um die Mitte des 18. Jh. konnte sich die Stadt von den Kriegsverwüstungen erholen.

1793 während der Zweiten Teilung Polens fiel die Stadt an Preußen, 1807 kam sie zum Herzogtum Warschau. Nach 1815 wurde sie ein Teil Kongresspolens und durch Personalunion mit Russland verbunden. Zar Alexander I. schenkte 1820 das Fürstentum seinem Bruder, dem Großfürsten Konstantin und seiner Gattin Joanna Grudzińska und verlieh ihr den Titel Fürstin von Łowicz. Im Jahre 1845 erhielt die Stadt eine Eisenbahnverbindung mit Warschau und erschien wieder auf der wirtschaftlichen Landkarte Polens. Während des 1. und 2. Weltkriegs wurde die Stadt sehr zerstört. Nach dem Jahr 1945 wurde der Wiederaufbau begonnen, die Industrie erfuhr einen Ausbau. Am 14. Juni 1999, während seiner 7. Pilgerfahrt in die Heimat, besuchte Papst Johannes Paul II. die Stadt.

In Łowicz können die Touristen u.a. die barocke Basilika, das klassizistische Rathaus und das ehemalige Priesterseminar am Altmarkt bewundern. Interesse erweckt auch der Neumarkt, erhalten in seiner mittelalterlichen Gestalt eines gleichseitigen Dreiecks. Zwei andere in solcher Gestalt befinden sich in Bonn und Paris.

 

Übersetzung ins Deutsche: Małgorzata Ulanicka & Barbara Erdmann
 

fot. Wiesław Uczciwek - CKTiPZŁ

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